Spitalsreform gefährdet medizinische Versorgung

Information zu den Unterschriftenlisten gegen die geplanten Maßnahmen

Liebe Innviertlerinnen und Innviertler,

der am 25. März der Öffentlichkeit vorgestellte Bericht der Expertenkommission zur Spitalsreform II sieht für die Region Ried und das gesamte Innviertel empfindliche Einschnitte in der medizinischen Versorgung vor:

  1. Die lange diskutierte und 2009 vom Landtag beschlossene Koronarangiographie darf nicht in Betrieb genommen werden. Damit hat unser bestens ausgebildetes Team nicht die Möglichkeit an der ohnedies bestehenden Angiographieanlage auch Herzkranzgefäße zu untersuchen und im Akutfall mit der modernsten Methode einzugreifen.

  2. Der bereits genehmigte PET-CT, der unabdingbar für eine hochwertige Krebsdiagnostik ist, wird nicht aufgestellt.
    Zusätzlich fällt mindestens einer der zwei vorhandenen Emmissions-Computer-Tomographen der Nuklearmedizin weg, dann können keine Knochen-, Herzmuskel- und Lymphdrüsenuntersuchungen mehr gemacht werden.

  3. Die Kinderabteilung wird von 30 auf 15 Betten reduziert und die Kinder-/Neuge-borenen-Intensivüberwachung fällt weg. Die Mindestbettenzahl für eine Vollabteilung (20 Betten) wird dadurch unterschritten. Kinder unter 3 Jahren dürfen dann nicht mehr operiert werden. Auswirkungen hat das u.a. auf die Geburtshilfe, die keine komplizierten Geburten mehr annehmen kann.

  4. Herabstufungen: Die Augenabteilung wird abgestuft zum Fachschwerpunkt und der Operationskatalog eingeschränkt. Damit wird in diesem Bereich das Krankenhaus Schärding auch nicht mehr mitversorgt werden können.
    Die Abteilung für HNO wird abgestuft zum Fachschwerpunkt. In diesem Bereich verliert das Innviertel damit die einzige Vollabteilung.
    Die Abteilung für Urologie wird abgestuft zum Fachschwerpunkt. Auch hier verliert das Innviertel die einzige Vollabteilung, die seit Jahren auch die Patienten im Krankenhaus Schärding mitversorgt hat.
    Die drei Abteilungen haben dann nur mehr je 2 Fachärzte, die keine Nacht- und Wochenendversorgung aufrecht erhalten können. Die betroffenen Patienten müssen dann im Zentralraum Hilfe suchen. Das Leistungsspektrum in diesen Bereichen wird stark eingeschränkt.

  5. Pathologie, Nuklearmedizin und Labor sollen mit dem Barmh.-Schwestern Spital in Linz bzw. mit dem Welser Krankenhaus (hier gibt es unterschiedliche Aussagen) kooperieren. Damit können die meisten Krebsoperationen nicht mehr am Standort Ried durchgeführt werden. Die Wartezeiten auf Diagnosen verlängern sich bzw. die Patienten müssen in den Zentralraum fahren, um dort die Untersuchungen zu erhalten.

  6. Die längst notwendige Aufstockung der Orthopädie um + 18 Betten ist die einzige positive Maßnahme, die für Ried vorgesehen ist. Ausgehend von den 475 Betten, die das Spital derzeit systemisiert hat und für die der Ausbau 2012 fertiggestellt wird, bedeutet der Rückgang auf 425 Betten defacto einen Abbau von 68 Betten.

  7. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried verliert laut den Präsentationen den Status eines Schwerpunktkrankenhauses und damit auch die 24-Stunden-Facharztanwesenheit in vielen Bereichen.

  8. Für die Ausbildung der Praktischen Ärzte und der Fachärzte hätten diese Einschnitte weitreichende Folgen: In den Fächern Augenheilkunde, HNO, Urologie und Anästhesie würden in Ried künftig keine Fachärzte mehr ausgebildet werden.
    Als Ausbildungsort für praktische Ärzte würde das Spital unattraktiv werden, weil nur mehr ein Teil des Turnus hier absolviert werden könnte.

  9. Wenn wir den Ärztenachwuchs nicht mehr selbst ausbilden können wird sich die schon derzeit schwierige Suche nach Fachärzten und nach praktischen Ärzten im Innviertel in Zukunft noch weiter verschärfen.

  10. Eine Reduktion der Betten und Leistungen ist unseres Erachtens auch mit einem Verlust von Arbeitsplätzen in allen Berufsgruppen verbunden.

Wir ersuchen Sie, liebe Innviertlerinnen und Innviertler, mit Gesprächen in Ihrem Einflussbereich gegen die geplanten Einschnitte der medizinischen Versorgung einzutreten.

Die Unterschriftenliste kann im Eingangsbereich des Krankenhauses abgegeben werden oder an den Betriebsrat des Krankenhauses weitergeleitet weden.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung zur Sicherung von hochwertigen Arbeitsplätzen und zur Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen Versorgung im Innviertel!

Alfred Lindlbauer
Vorsitzender des Angestellten-Betriebsrates am
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried